„Waren hoch stapeln und zum Niedrigpreis verkaufen!“ Mit modernen Kassensystemen, die mit Barcode Scanner, Kunden-Display, Wiegesystem und anderen Peripheriegeräten kombiniert werden, wird das Motto des Erfinders der ersten Supermärkte heute umgesetzt. In den Supermarkt Regalen werden meist die teureren Artikel direkt ins Blickfeld oben angeordnet, für die Niedrigpreis Produkte muss man sich in der Regel tief bücken. Und das hat einen ganz bestimmten Grund. Kunden greifen zuerst zu Waren, die sie auf den ersten Blick sehen. Die unteren Regalregionen werden nur bei gezieltem Suchen bemerkt. Die Psychologie spielt beim Einkaufen eine entscheidende Rolle. Das gleiche gilt auch für den Vorgang des Bezahlens am Schluss des Einkaufs. Muss der Kunde in der Schlange vor dem Kassensystem zu lange warten, wird er ungeduldig und verlässt das Geschäft trotz erfolgreich erledigtem Einkauf mit einem negativen Einkaufserlebnis, das von seinem Unterbewusstsein abgespeichert wird. Die zügige, effiziente Abfertigung der Warenmenge an den Kassensystemen ist also neben angenehmem Ambiente, der musikalischen Berieselung und freundlichem Personal, einer der wichtigsten Faktoren, um den Kunden an das Geschäft zu binden. Negative Einkaufserlebnisse an den Kassensystemen können dazu führen, dass der Kunde sich beim nächsten Einkauf für einen anderen Markt entscheidet. Gerade beim Einkaufen spielt die Psyche der Kunden eine große Rolle. Das ist den Supermarktführern durchaus bewusst. So wird der Kunde unbewusst von vornherein nach einem ganz bestimmten Muster durch die Regale des Marktes „geführt“. In der Regel wird er links herum durch den Markt gelenkt, da das entgegen dem natürlichen Rhythmus ist und der Kunde dadurch langsamer geht. Das Ziel ist es, den Kunden durch optische Reize dazu zu bewegen, mehr einzukaufen, als ursprünglich auf der Einkaufsliste steht. In den meisten Fällen funktioniert das wie geplant. Eine weitere, wirksame Methode des Kaufanreizes ist die Marken Bindung. Ständig und überall wiederholte Werbebotschaften sorgen dafür, dass der Kunde oft zu den aus der Werbung bekannten Marken greift, auch wenn ein vergleichbares Produkt „No Name“ wesentlich günstiger in den unteren Regionen des Regals zu haben ist. Vor den Kassen wird der Kunde dann in noch festgelegtere Bahnen gelenkt. Meist sind nicht alle zur Verfügung stehenden Kassensystem Stationen geöffnet. Also sucht sich der Kunde die Warteschlange aus, von der er meint, dass sie am kürzesten ist und er am schnellsten durchkommt. Da das Bezahlen, also das Ausgeben von Geld, grundsätzlich für das Unterbewusstsein negativ besetzt ist, möchte der Kunde diesen Vorgang an der Kassensystem Station so schnell wie möglich hinter sich bringen. Deswegen erlebt man sehr oft in Supermärkten gerade im Bereich der Kassen zunehmende Ungeduld bis hin zur Aggression gegen andere Kunden oder gegenüber einer besonders langsamen Kassiererin am Kassensystem. Viele Marktbetreiber versuchen diesen Effekt zu umgehen, entweder indem sie so genannte „Schnellkassen“ einrichten. Das sind Kassensysteme für Kunden mit nicht mehr als zum Beispiel fünf Artikeln. In einer bekannten niederländischen Supermarkt Kette werden sogar Freieinkäufe versprochen, falls man an der Kassensystem Station länger als eine festgelegte Anzahl von Minuten warten musste. Da hofft sicherlich mancher, die Kassiererin wäre langsamer. Der größte Fehler eines Marktbetreibers kann sein, bei der Planung des Kassierpersonals zu sparen. Wer hat sich nicht schon mal gefreut, weil er im Supermarkt sofort und schnell abgefertigt wurde. Das ist ein positives Einkaufserlebnis, das dazu führt, dass man beim nächsten Einkauf, ohne zu zögern, den gleichen Markt wieder ansteuert. Negative Einkaufserlebnisse an den Kassensystemen werden länger und intensiver wirken, als positive. Daher ist dringend zu vermeiden, dass die Kunden an der Kasse zu lange warten müssen. Technisch sind moderne Kassensysteme längst dazu in der Lage, die größtmögliche Anzahl an Kunden und Waren in kürzester Zeit durchzuschleusen. Da dazu aber auch ausreichend Personal nötig ist, liegt die Verantwortung für eine schnelle Abfertigung an den Kassensystemen hauptsächlich beim Personalplaner.
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